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Voodoo Kid 


Erscheinungsdatum: 1997
Entwickler/Publisher: Infogrames

Geeignet ab 6 Jahren

Boxshots

 

Ein Review von slydos   14. Mai 2002

 

"Voodoo Kid" ist ein gruseliges Adventure für die Zielgruppe zwischen 8 und 15 Jahren aus dem Jahre 1997. Die prachtvoll gestaltete Original-Gamebox enthält nicht nur die Spiele-CD und ein Hochglanz-Handbuch in Farbe mit vielen Screenshots und Spielgrafiken, sondern auch ein Super-Poster zum Spiel, ein spannend geschriebenes Logbuch und ein ebenso informatives wie grafisch ansehnliches Voodoo-Lexikon im Klappformat. Da macht bereits das Auspacken Spaß!

Ich finde das besonders erwähnenswert in einer Zeit, in der sich nur noch selten solche Beigaben finden und auch am Design der Verpackung oft gespart wird.

"Voodoo Kid" wurde seinerzeit für Windows 3.1 bzw. Windows 95 konzipiert, ist jedoch ebenso unter Windows ME durchaus fehlerfrei gelaufen. Zur Installation muß ich kein Wort verlieren, denn es ist keine nötig! Das Spiel wird direkt von der CD gestartet und der Spaß kann sofort beginnen!

Zunächst wählt man seine Spielfigur: Mädchen oder Junge. Einen großen Unterschied im Aussehen der beiden gibt es nicht, das Mädchen hat etwas längere Haare, trägt aber genau wie der Junge T-Shirt und Jeans. Allerdings entscheiden wir hier, ob uns eine Mädchen- oder Jungenstimme durchs Spiel begleiten wird. Aber egal wie wir uns entscheiden, in der Eingangssequenz liegen beide bereits im Bett und schlafen über einem wenig aufregenden Buch ein.

Im Traum - oder ist es vielleicht Wirklichkeit - finden wir uns auf einer geheimnisvollen Galeone als Gefangene wieder. Das Schiff segelt zur Insel der verlorenen Seelen und ist von Geistern und Zombies bevölkert. Der Kapitän ist Baron Samedi, König der Zombies und böser Geist des Voodoo-Kults. Auf der gespenstischen Galeone hält er viele Geschöpfe ebenso wie uns gefangen. Wir treffen auf einen Zombie-Butler, der immer wieder in unangenehme Situationen gerät. Als Gegenleistung für unsere Hilfe gibt er uns Tipps, wie man gegen den Baron vorgehen und vom Schiff entkommen kann.

"Voodoo-Kid" ist ein Adventure in der 3rd-Person-Perspektive (wir sehen die Spielfigur, die wir verkörpern am Bildschirm) und ist vollkommen mausgesteuert (es gibt allerdings alternative Tastaturbefehle, z. B. für Speichern). Für sämtliche Bewegungen im Raum und Handlungen genügt einfaches Klicken mit der linken Maustaste. Hotspots, also Bereiche oder Personen, mit denen man interagieren kann, werden durch Text beim Darüberfahren mit der Maus angezeigt. Ein einfacher Linksklick nimmt ein Objekt auf oder beginnt ein Gespräch.

Objekte werden im Rucksackinventar abgelegt, das immer sichtbar am oberen Bildschirmrand angezeigt wird. Beim Anklicken im Inventar nimmt der Handcursor die Form des betreffenden Gegenstandes an, den man dann am Bildschirm einsetzen kann. Werden Gegenstände nicht mehr gebraucht, verschwinden sie aus dem Inventar, so bleibt die Menge immer überschaubar.

Ebenfalls immer sichtbar in der schwarzen Leiste am oberen Bildschirmrand finden wir ein Icon, das uns zum Hauptmenü führt. Hier können wir Speichern und Laden: zu den Savegames, deren Zahl mir nicht begrenzt schien, werden ein kleines Bild und ein eigener Text gespeichert. Im Optionenmenü kann man Sound- und Musikeinstellungen treffen, Text- oder Sprachdialoge wählen, Scrolling ein- oder abschalten und die Spielgeschwindigkeit einstellen. So können selbst schwierigere Passagen, wie das Bekämpfen einiger Zombies, leicht bewältigt werden. Außerdem können wir hier auch noch die Aktivierungszeit des integrierten Bildschirmschoners einstellen. Lassen wir das Spiel einige Minuten allein, so friert hiermit der Bildschirm in einer Graudarstellung ein und kann durch einen Mausklick wieder aufgeweckt werden.

Die Rätsel sind recht einfach, allerdings auch keine Unterforderung für die Altersgruppe. Oft müssen Objekte gefunden und eingesetzt werden aber es gibt z. B. auch kleine Reaktionsspiele oder mechanische Probleme, wie das Abschießen eines Stücks Seife mit einer Kanone. Die Rätsel sind durchweg originell und gut integriert. Eine Reihe von Hotspots haben eigentlich nichts mit der Lösung zu tun, es stecken jedoch eine Menge gruseliger Überraschungen dahinter. Manchmal muß sich unser Held/unsere Heldin in eine Art Geistwesen verwandeln, um eine Aufgabe zu lösen, dabei wird das ganze humorvoll kommentiert. Die Hauptaufgabe besteht darin, eine in Fetzen zerrissene Seekarte zu finden und wieder zusammenzusetzen, um endlich nach Hause zurückkehren zu können.

Das Ganze spielt in den verschiedenen Räumen und auf Deck einer alten Galeone. Es gilt hier jede Ecke des mit teilweise magischen teilweise recht ekligen Gegenständen vollgestopften Schiffs zu durchsuchen und jede Möglichkeit auszuprobieren.

Unsere Hauptfigur bewegt sich sehr realistisch vor gerenderten Hintergründen. Dabei kann es auch passieren, daß wir in diesen Hintergründen zur Seite scrollen müssen, um weiterzukommen. Auch das geschieht einfach durch Mausklick. Die Grafik unseres Bösewichts erinnert an Spiele wie Monkey Island, Stupid Invaders oder Grim Fandango ist aber einfacher und kindgerechter gehalten, ebenso wie die Rätsel und das Handling. Der böse Baron Samedi treibt in einigen Videosequenzen, die nicht ganz an die Qualität der andern Grafik heranreichen, sein Unwesen.

Fesselnde, gespenstische Geräusche verbinden sich mit einem guten Soundtrack. Hier gibt's für jede Location ein eigenes originelles Thema. Auch die Sprachvertonung ist o.k., klar und ausdrucksvoll.

Für Adventurefüchse mag "Voodoo Kid" eine zu leichte Rätselkost haben, aber trotzdem kann ich mir gut vorstellen, daß das Spiel auch außerhalb der Zielgruppe Fans finden wird, die diese (fast) gewaltfreie Gruselunterhaltung zu schätzen wissen. Das Spiel ist leider rechts kurz mit ca. 8 Spielstunden und das ist wirklich schade.

Meine Bewertung: 77%

 

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 3.1/95
  • Pentium 75 Mhz (P100 empfohlen)
  • 8 MB RAM (16 MB empfohlen)
  • Grafikkarte 640 x 480, 256 Farben
  • Soundblaster kompatible Soundkarte
  • 4 x CDROM-Laufwerk
  • Maus

gespielt mit:

  • Windows 95
  • PII 233 MHz
  • 64 MB RAM
  • 4 MB Grafikkarte
  • 16bit Soundkarte
  • 24x CDROM-Laufwerk
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Auswahl der Figur
Auswahl der Figur

Kurz vor dem Einschlafen
Kurz vor dem Einschlafen

Der Butler ist ebenfalls gefangen
Der Butler ist ebenfalls gefangen

Speichern
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Hauptmenü
Hauptmenü

Hier muß man etwas kombinieren
Hier muß man etwas kombinieren

Das Inventar
Das Inventar

Ohne die Karte gibt's kein Entkommen
Ohne die Karte gibt's kein Entkommen

Baron Samedi
Baron Samedi

Auch im Krankenzimmer muß alles untersucht werden
Auch im Krankenzimmer muß alles untersucht werden

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Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 14. Mai 2002

 

 

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