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Fünf Freunde 5 - Geheime Mission M.A.G.-X 


Erscheinungsdatum: 09/2001
Entwickler: Novatrix
Publisher: Ravensburger
Enid Blyton

 

Ein Review von slydos   31. Oktober 2001

 

Fünf Freunde - Geheime Mission M.A.G.-X ist der fünfte Teil der Adventure-Serie nach den Büchern von Enid Blyton geeignet ab 7 Jahren. Wie in den anderen Teilen ist der Schauplatz wieder die Umgebung des Felsenhauses und die nahe liegende Felseninsel. Die fünf Freunde, George, Ann, Dick, Julian und Timmy der Hund machen sich zu Beginn Gedanken darüber, ob es in diesen Ferien wieder etwas Spannendes zu erleben gibt, da sehen sie schon ein Flugzeug mit einer Rauchwolke auf die Felseninsel stürzen. Da wird natürlich sofort ihr Einsatz verlangt.


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Das Felsenhaus
Das Felsenhaus

Die Installation des Spiels von einer CD (ca. 80 MB auf der Festplatte werden benötigt) verläuft im Gegensatz zu den 4 Vorläufern nicht reibungslos ab.

Weder auf dem Pentium II 233 mit Windows 95 noch auf einem Pentium III 850 mit Windows ME ist das Spiel von Anfang an spielbereit. Bei beiden Rechnern gibt's während der Einführungssequenz einen Abbruch und Rückkehr zur Windows-Oberfläche. Unter Windows ME kann man jedoch nach einer Fehlermeldung das Spiel wieder aufnehmen. Da sowohl der ältere als auch der neuere Rechner den Systemminimalanforderungen entsprechen, versuchte ich die Installation auf dem älteren Rechner erneut.

Eine nichtdokumentierte Konfigurationsdatei auf der CD erlaubte mir das Ausschalten eines "Multi-Thread-Cursors" - was auch immer dahinterstecken mag. Danach funktionierte das Spiel bis auf einen Abbruch während der Schlußsequenz ohne weitere Rückkehr zur Systemoberfläche. Allerdings bewegen sich die Charaktere ungewöhnlich langsam und hakelnd, obwohl sich eigentlich gegenüber den früheren Spielen nichts Weltbewegendes an der Grafik, Oberfläche und Handling geändert hat. Die Schauplätze sind gleich geblieben, die Sprachausgabe hört sich ganz ähnlich an und auch Kurztasten und anderes Handling hat sich gegenüber der Folge vier nicht geändert.

Was die Entwickler also dazu gebracht hat, hier merkliche grundlegende Änderungen im Programm vorzunehmen, ist mir schleierhaft. Jedenfalls ist es das erste Spiel der Reihe, was Installations- und Ablaufschwierigkeiten zeigte.

Weg von der Technik - was bringt uns dieser neue Teil denn inhaltlich? Die Geschichte beginnt spannend: ein Flugzeugabsturz, ein Pilot in geheimer Mission, ein geheimnisvoller Fremder ...

In der 3rd Person-Perspektive begleiten wir die Helden in diesem mausgesteuerten 2D-Adventure. Die Dialoge mit professionellen Sprechern laufen in der Regel automatisch ab, so zu Beginn oder jedes Mal, wenn unsere Helden an einen neuen Schauplatz wechseln. Man kann sie mit der Escape-Taste abbrechen. Eine eigenständige Auswahl eines Dialogpartners ist ausgesprochen selten und gehört schon zum Rätselpart des Spiels.

Ebenfalls automatisch wird der Hauptakteur bestimmt, der auch das Inventar trägt und die aktuellen Aktionen ausführen muß. Das ist entweder George oder Dick, die anderen beiden Charaktere Ann und Julian stellen die Begleitung und geben ab und zu einige hinweisende Kommentare ab. Timmy der Hund ist in diesem Spiel ebenfalls ausschließlich Begleitung und hat keine weiteren Aufgaben, als die Kinder zu begleiten. In den früheren Folgen bellte Timmy zumindest mal, wenn man ihn anklickte oder einer der anderen Charaktere gab einen Kommentar ab. Nicht so im 5. Teil. Beim Anklicken bleiben die anderen Kinder stumm, bei Julian erscheint noch nicht einmal mehr der Name als Texteinblendung.

Viel zu tun gibt’s für die Spieler nicht – nachdem einer der automatischen Dialoge abgelaufen ist, in denen meist recht klar über die weitere Vorgehensweise beraten wird, kann sich die handelnde Person an einen anderen Ort begeben oder auch direkt eine Aktion ausführen, wie z. B. ein Objekt aufnehmen. Namen von Objekten oder Personen erscheinen beim Darüberfahren mit der Maus.

Man kann aber nicht gleich alle mit solchen Hotspots markierten Dinge ins Inventar aufnehmen, sondern muß warten, bis sie nach Spielverlauf an der Reihe sind. Erst dann ist ein Aufnehmen möglich. Beispiel: Auf der Waldlichtung finden die Freunde einen Verletzten. Etwas weiter entfernt liegen einige Äste, die zwar angezeigt aber nicht genommen werden können. Erst wenn die Dialoge abgelaufen sind "... wir müssen ihm helfen ... das Bein muß geschient werden ... am besten wir nehmen dazu einige Äste ..." kann man tatsächlich die Äste aufheben. Man sieht daran schon, wie eingeschränkt die spielerische Freiheit ist. Auch das war in früheren Spielen weniger restriktiv.

Dadurch ist auch die Menge der gleichzeitig im Inventar vorhandenen Objekte gering, da man ja nur das auch wirklich Benötigte aufnimmt und gleich wieder verwenden muß. Das Inventar in Form eines Rucksacks öffnet man mit einem Klick auf den gerade aktiven Charakter, George oder Dick, danach bedeckt es fast den ganzen Bildschirm. Es gibt noch zwei von diesem Schema abweichende Rätsel, die ein wenig eigenes Denken verlangen. Alles in allem selbst für 7jährige keine Herausforderung sondern eben nur eine interaktive Geschichte.

Wer Fünf Freunde 4 – Gefährliche Entdeckung gespielt hat, das bisher beste Spiel der Reihe, mit Rätseln, die auch Nachdenken verlangen, wird vom neuesten Teil wahrscheinlich enttäuscht sein. Das fast reine Zuschauerdasein macht im Vergleich dazu wenig Spaß.

Man kann das gesamte Spiel auch in der englischen Version spielen oder auch zwischendurch nur mal umschalten. Dazu klickt man in der rechten unteren Ecke des Bildschirms auf die Deutschlandflagge und die Sprach- und Textausgabe wechselt zu Englisch. Wenn man auf die englische Flagge klickt, wechselt man wieder in die deutsche Sprachausgabe – logisch, nicht?

Hier kann man seinen englischen Wortschatz und das Sprachverständnis verbessern. Ein wirklich gelungenes Feature.

Fünf Freunde 5 hat eine wunderbar detaillierte Hintergrundgrafik, die allerdings bereits in den vier Vorläufern zu bestaunen war. Im 5. Teil ist kein neuer Schauplatz hinzugekommen. Allerdings hat sich die Qualität der Charaktere verschlechtert, die bei Bewegungen verschwommen wirken.

Sollte trotz des geringen Schwierigkeitsgrades noch ein Problem auftauchen, dann kann man die mitinstallierten Hilfedateien in deutsch oder englisch zu Rate ziehen. Dort gibt es gestaffelte Tipps bis hin zur Lösung einzelner Aufgaben.

Will man sich schneller von Ort zu Ort bewegen, kann man in der linken unteren Ecke den Kompass anklicken und gelangt auf eine Karte mit einigen Schauplätzen, die man hierüber mit einem Klick erreichen kann. Ebenfalls links unten findet man das Menü für die Voreinstellungen. Über F1 erreicht man das Hauptmenü und kann dort Laden und Speichern. Gegenüber den ersten 3 Teilen der Reihe, wird hier, wie auch in Teil 4, nur noch ein Text zusammen mit dem Savegame gespeichert. Es gibt keine Bilddarstellung des aktuellen Spielstandes mehr. Schade, daß diese Möglichkeit eingespart wurde.

Das Spiel ist in sehr kurzer Zeit durchgespielt, maximal 4 Stunden ist ein schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis.

Fazit:

Ich kann nicht guten Gewissens empfehlen, das Spiel zu kaufen. Besonders da es aus derselben Reihe einige bessere Exemplare gibt. Die wenigen Entscheidungsmöglichkeiten verurteilen die Spieler zum Zuschauer, die technischen Probleme tun ihr Übriges. Leider ist auch kein neuer Schauplatz hinzugekommen. Der fünfte Teil der Reihe zeigt Ermüdungserscheinungen der Entwickler und ist wohl eher etwas für Enid-Blyton Sammler. Allen anderen würde ich empfehlen, die ersten 4 Teile und hier am besten Teil 4 - Gefährliche Entdeckung zu spielen, der sicherlich mit der doppelten Spielzeit, mehr und schwierigeren Rätseln anzusetzen und ein echtes Gegenbeispiel ist. Außerdem sind zur Zeit auch einige andere empfehlenswerte Adventures für diese Altersgruppe erschienen - zu Julias Zeitreise z. B. gibt es hier einen aktuellen Review des Adventure-Archivs.

  

Meine Bewertung: 46%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98/2000/NT 4.0 oder höher
  • Pentium 166 Mhz oder höher
  • 32 MB RAM
  • Grafikkarte mit 24bit Farbtiefe
  • 16bit Soundkarte
  • 8fach CDROM-Laufwerk

gespielt mit:

  • Windows 95
  • PII 233 MHz
  • 64 MB RAM
  • 4 MB Grafikkarte
  • 16bit Soundkarte
  • 24x CDROM-Laufwerk

 

Unten rechts kann man die Sprache wählen
Unten rechts kann man die Sprache wählen

Die Zufahrt zur Felseninsel
Die Zufahrt zur Felseninsel

Wie kann man dem Piloten helfen?
Wie kann man dem Piloten helfen?

Wahlweise englische Sprach- und Textausgabe
Wahlweise englische Sprach- und Textausgabe

Hier gibt's kaum die Qual der Wahl
Hier gibt's keine Qual der Wahl

George und Dick überzeugen den Leuchtturmwärter
George und Dick überzeugen den Leuchtturmwärter

Das alte Wrack vor der Felseninsel ist wieder einmal Schauplatz mysteriöser Vorgänge
Das alte Wrack vor der Felseninsel ist wieder einmal Schauplatz mysteriöser Vorgänge

Kann Dick die Gefangenen befreien?
Kann Dick die Gefangenen befreien?

Gespeichert wird nur der Name des Spielstands
Gespeichert wird nur der Name des Spielstands

 

 

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 31. Oktober 2001

 

 

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