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A Quiet Weekend in Capri


Erscheinungsdatum: 04/2003
Entwickler/Publisher: Edizioni Oxiana
Spielsprachen: Italienisch, Englisch

Homepage und Bestellmöglichkeit (22 Euro)

 

 

Ein Review von slydos   03. Juni 2003

 

"A Quiet Weekend in Capri" ist ein Adventurespiel und gleichzeitig ein Reiseführer für Capri, der Geschmack machen soll, diese italienische Insel zu besuchen.

2 Namen stehen hinter diesem Spiel - Silvio und Gey Savarese - das unabhängig entwickelt und über die Homepage vertrieben wird. Unbesehen sprechen gleich 2 Gründe für den sofortigen Erwerb des Spiels: es gibt (noch) keine Komplettlösung und man kann einen Kurzaufenthalt (Vorsicht: ohne Anreise) in Capri gewinnen (neben anderen Preisen). Welche weiteren Gründe für dieses 1st-Person Adventure sprechen lesen Sie hier:

Geschichte

Wir wollen einen ruhigen Kurzurlaub in Capri verbringen und reisen mit dem Schiff an. Dem Ticket entnehmen wir, daß wir uns in der näheren Zukunft, nämlich im Jahre 2011 befinden. Nach einer Taxifahrt durch die von Touristen belebte Insel machen wir uns auf den Weg zu unserem Hotel, als plötzlich etwas merkwürdiges geschieht: die Umgebung verschwimmt und wir werden durch eine Art Verzerrung in einen Strudel gezogen, der uns aber wieder an der gleichen Stelle entläßt, an der wir uns vorher befanden!

Wir setzen unseren Weg fort, aber bemerken, daß sich etwas geändert hat - die Stadt ist wie ausgestorben und das Hotel ist geschlossen!

Wir kehren zu der freundlichen Zeitungsfrau zurück, um uns nach dem Hotel zu erkundigen. Aber auch die Zeitungsfrau hat sich verändert - sie trägt andere Kleidung und begegnet uns in ganz anderem Ton.

Nein, das Hotel ist wegen des Krieges schon lange geschlossen. Im übrigen redet sie uns mit "Rafele" an und scheint uns gut zu kennen. Sie hält uns für den Botenjungen und schickt uns mit einer Tageszeitung zur Auslieferung. Wir schauen uns die Zeitung genauer an und müssen verwundert erkennen, daß wir bereits das Jahr 2012 schreiben. Aber das ist nicht das einzig Überraschende: Capri ist ein Königreich unter der Herrschaft von König Caprillo V. und führt Krieg gegen die Republik Anacapri! Weiter lesen wir etwas über die Möglichkeit von interdimensionalen Handy-Telefonaten! Wir scheinen in einer anderen Zeit, einer anderen Dimension und in einem anderen Körper gelandet zu sein! Gibt es einen Weg zurück?

Installation/Start

"A Quiet Weekend in Capri" kommt auf 2 CDROMs in einer Jewelcaseverpackung mit einer kurzen Installationsanleitung. Die Lieferung aus Italien geht sehr flott innerhalb von 2-3 Tagen. Man installiert von der ersten CD und muß dann während des Spiels CD2 im Laufwerk belassen. Zu Beginn wählt man seine Spielsprache: Italienisch oder Englisch. Das Hauptmenü, das während des Spiels über einen immer sichtbaren Button am unteren Bildschirmrand zu erreichen ist, bietet zunächst Neustart oder das Laden eines der (nur!) 3 numerierten Savegames an. Später kommt hier noch ein wichtiger Punkt hinzu, der Sprung an 4 verschiedene Orte im Spiel um sich einige Laufereien zu ersparen. Über das Menü können wir auch ohne jede Verzögerung das Spiel verlassen. Die Hilfe zu allen Spielfunktionen ist ebenfalls über einen Button am unteren Bildschirmrand zu erreichen.

 

Handling/Steuerung

Das Wochende in Capri ist vollkommen mausgesteuert. In Egoperspektive bewegen wir uns durch Standfotos von Capri. Angezeigt werden Szenenwechsel durch blauen Richtungspfeile, wenn wir mit der Maus einen Hotspt entdecken. Eine ständige Aufgabe des Spiels ist es, die vielen offensichtlichen und nicht so offensichtlichen Hotspots der Bilder zu finden. Dabei behilflich ist uns eine sehr nützliche Funktion, die wir - wenn nicht gerade masochistisch begabt - von vorneherein eingeschaltet lassen sollten: ebenfalls über einen Button können wir uns diese Hotspots als gerahmte Bereiche anzeigen lassen, in denen man entweden das Bild verlassen oder interagieren kann. Diese Rahmen sind dünne, schwarze Linien und sind nur gut sichtbar auf hellerem Hintergrund, es bleiben also noch genug Möglichkeiten, etwas zu übersehen.

Können wir mit Leuten reden (Dialoge laufen automatisch ab und können im Journal nachgelesen werden) so verändert sich der Cursor, genauso wenn wir ein Objekt nehmen, anwenden oder manipulieren können.

Im Interaktionsbereich am unteren Bildschirmrand gibt es noch 2 unverzichtbare Funktionen: die Karte von Capri und das Inventar.

Auf der Karte (deren Bereiche wir uns wiederum mit angeklickten Pfeilen aussuchen können) werden Orte eingezeichnet, an denen wir mit Personen gesprochen haben. Ebenfalls markiert ist immer der aktuelle Standort durch ein rotes, blinkendes Quadrat. Gute Kartenlesetechniken sind notwendig, um sich im Gewirr der Gassen und Gässchen zurechtzufinden. Alle Gassen haben einen Vorwärts- und eine Rückwärtsansicht und sehen so nicht nur vollkommen anders aus, sondern verbergen in der einen oder anderen Richtung unterschiedliche Hotspots.

Das Inventar wird über den Button "Bag" geöffnet und nimmt den gesamten Bildschirm ein. Das ist auch nötig, denn eine große Zahl von wichtigen und unwichtigen Gegenständen kommt sehr schnell zusammen.

Inventarobjekte können vergrößert dargestellt, am Bildschirm angewendet und manchmal manipuliert werden, Dokumente kann man durchblättern und einige Gegenstände können mit anderen kombiniert werden. Was man mit ihnen machen kann, zeigen die jeweiligen Buttons an.

Im Prinzip ein vollkommen einfaches Handling - schwierig kann's nur werden, wenn man nicht so gut im Kartenlesen ist, denn dann kann man sehr schnell die Orientierung verlieren.

Grafik/Sound/Sprache

Wie gesagt, es handelt sich um einfache Standfotos von Capri und davon gibt es die enorme Zahl von über 4000!! Und in jedem der Bilder verbergen sich u. U. ein oder mehrere Hotspots! Die Entwickler haben jedes Gässchen in beide Richtungen abfotografiert und so kann man über die Insel spazieren, zumindest im Bereich Capri - Anacapri ist nicht zugänglich.

Eigenkompositionen der Entwickler begleiten uns auf unseren Wegen und weisen uns manchmal auch darauf hin, wenn wir in Bereiche kommen, in denen noch etwas zu tun ist. Die Musik kann ausgeschaltet werden. Vogelgezwitscher, leise Flugzeuglärm, Rascheln, Bellen, Glockenläuten verleihen dem verlassenen Capri ein wenig Leben.

Treffen wir auf Menschen, so unterhalten sie sich auf Italienisch (Laiensprecher) mit uns, aber keine Sorge, alle wichtigen Texte werden ins Englische übersetzt, können solange gelesen werden, wie man will und sind auch im Journal nachzulesen. Allerdings ist mir die Ordnung im Journal bis jetzt ein Rätsel geblieben, da sie weder alphabetisch noch zeitlich zu sein scheint.

Rätsel

Die Rätsel sind vielfältig und einfallsreich. Nun, zuallererst ist immer wieder die Orientierung auf der Insel ein Teil des Rätseldesigns. Daneben müssen wir Objekte finden, anwenden und kombinieren. Es gibt Codierrätsel und man muß auch Rezepte zusammenstellen, beispielsweise für die berühmte Capritorte. Leider sind die Inventarobjekte weder vor noch nach der Aufnahme ins Inventar mit einem Text versehen, so daß man hier und da schon mal raten muß, um welche Frucht es sich z. B. handelt.

Ich habe das Spiel etwa zu 2/3 gespielt und befinde mich an einem Punkt, an dem ich eine Entscheidung treffen muß, die den weiteren Spielverlauf beeinflussen kann. Bisher gab es in im actionfreien "A Quiet Weekend in Capri" keine Sackgassen, man konnte nicht sterben und es gab auch kein GameOver.

Das Spiel ist bisher stark nichtlinear, d. h. kommt man mit einem Rätsel nicht weiter, kann man zunächst andere bearbeiten, ähnlich wie in "Dark Fall". Im Laufe des Spiels werden einem immer mehr Schauplätze zugänglich zu den tausenden die es sowieso schon von Anfang an zu besichtigen gibt. Man muß sich darauf einstellen, viele Wege mehrmals zu gehen und allen Einzelheiten in Wort und Bild zu berücksichtigen, seien es Namen an Klingelknöpfen oder Aussagen von Bewohnern. Obwohl man mit Gerätschaften hantieren muß, die es so nicht gibt, sind die Aufgaben, die ich bisher in ca. 20 Stunden Spielzeit beurteilen kann, logisch und nachvollziehbar, was nicht bedeutet, daß es keine knackigen Rätsel darunter gibt. Bis jetzt ein Spiel, das überraschend viel Rätselspaß bringt.

Fazit

Ein abschließendes Urteil ist zwar noch zu früh, aber was ich bisher gesehen habe, war manchmal ein wenig verrückt aber sehr unterhaltend und auf jeden Fall empfehlenswert (nicht nur für Capri- und Sightseeingfans). Neben einem guten Preis-Leistungsverhältnis gibt's ja immer noch die Chance auf einen Gewinn.

 

Bewertung bis jetzt: 73 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 98/2000/ME/XP
  • 64 MB RAM
  • Monitor mit XGA Auflösung 1024 x 768 Pixel
  • CDROM-Laufwerk
  • 700 MB freier Platz auf der Festplatte

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 03. Juni 2003

 

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Einstiegsmenü
Einstiegsmenü

 

Hauptmenü
Hauptmenü

 

Ankunft auf der Insel
Ankunft auf der Insel

 

Die Zeitungsfrau
Die Zeitungsfrau

 

Karte von Capri mit immer aktuellem Standort
Karte von Capri mit immer aktuellem Standort


Etwas geschieht mit uns ...
Etwas geschieht mit uns ...

 

Das Hotel ist geschlossen
Das Hotel ist geschlossen



Die Zeitungsfrau hat sich verändert
Die Zeitungsfrau hat sich verändert



Telefonieren ist schwierig
Telefonieren ist schwierig

 

Jede Hinweistafel kann wichtig sein
Jede Hinweistafel kann wichtig sein

Wir erhalten Aufträge von verschiedenen Personen
Wir erhalten Aufträge von verschiedenen Personen

 

Das Inventar
Das Inventar

 

Ein einfallsreiches Decodierrätsel
Ein einfallsreiches Decodierrätsel

 

Dokumente werden immer am rechten Seitenrand ins Englische übersetzt
Dokumente werden immer am rechten Seitenrand ins Englische übersetzt